Zum gegenwärtigen Status von eLearning an deutschen Hochschulen gibt eine Studie von e-teaching.org Auskunft. Es wurden in einer größtenteils repräsentativen Stichprobe 104 Personen aus verschiedenen Bereichen der Hochschule befragt, u. a. zu den Themen Beeinflussungsfaktoren, Strukturen und Verbreitung von eLearning. Als förderlichster Faktor für die Verbreitung von eLearning an Hochschulen wurde die Motivation von Lehrenden genannt, als hinderlichster Faktor werden fehlende personelle Ressourcen ausgemacht. Erstaunlich, aber nachvollziehbar, ist, dass die Motivation und Medienkompetenz der Studierenden nach Meinung der Befragten mit den geringsten Einfluss auf die Verbreitung haben. In Bezug auf den Virtualisierungsgrad der Hochschulen wird festgehalten, dass es meist über einfache Technikanwendungen nicht hinausgeht. Weblog, Wiki oder Foren spielen nur in ca. 10% der Lehrveranstaltungen eine Rolle.
Eine aufschlussreiche Studie zur Zukunft des eLearning hat das Institut für Medien- und Kompetenzforschung online gestellt. Hier wurden 52 Hochschul- und eLearning-Experten gebeten, ihre Einschätzung zur zukünftigen eLearning-Nutzung an Hochschulen zu geben. Danach sollen die lehrveranstaltungsbegleitenden Internet-Materialien und virtuelle Communities bis zum Jahr 2011 immer mehr an Bedeutung gewinnen. Überraschenderweise wird den zur Zeit hochgehandelten Podcasts zukünftig nur eine geringe Rolle eingeräumt. Hinsichtlich der denkbaren Szenarien zur zukünftigen Organisation der Hochschule würden es alle Experten begrüßen, dass die administrativen Vorgänge online erledigt werden können. Als Fazit stellt der Autor der Studie fest, dass auch im Jahr 2011 die Präsenzlehre im Mittelpunkt stehen wird und virtuelle Medien als Ergänzung gesehen werden (vgl. auch weblog von Marco Kalz).

Hinsichtlich des Anliegens der Onlineabwicklung von administrativen Vorgängen können die zur Zeit laufenden Projekte im Rahmen der BMBF-Förderung “Neue Medien in der Bildung” meines Erachtens einen wertvollen Beitrag leisten. Exemplarisch sei hier das Projekt Locomotion an der Universität Paderborn erwähnt. Aber dazu demnächst mehr.