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Promotionssphäre Oxford

Am 15. / 16. März fand am Department for Educational Studies der Universität zu Oxford das erste Oxford-Paderborner Promotionskolloquium statt. Im Mittelpunkt stand dabei das gegenseitige kennenlernen der Doktoranden sowie die Vorstellung unserer Promotionsvorhaben. Dabei wurden jeweils Tandems aus einem Oxforder und einem Paderborner Promovenden gebildet. Die Tandems präsentierten nacheinander Ihre Promotionsvorhaben, welche anschließend durch einen Discussant verbunden und Denkanstöße gegeben wurden. Der Link zu den Präsentationen wird demnächst online gestellt.

Die Eindrücke waren reichlich, nicht nur von der Stadt Oxford an Sich, welche mit seinen einzelnen Colleges schon ehrwürdig erscheint, sondern auch von den unterschiedlichen Herangehensweisen der Doktoranden. So war es interessant zu sehen, wie sich die Herangehensweise an Promotionsvorhaben ändern kann, wenn man im Rahmen eines PhD-Studiums promoviert und nicht, wie in Deutschland oft üblich, in einem Projekt am Lehrstuhl arbeitet und parallel darin versucht seine Forschungsarbeit zu verankern. Welcher Weg schwieriger bzw. einfacher ist kann nicht gesagt werden. Anscheinend sieht es aber so aus, dass man sich als PhD-Student die Problemkontexte bzw. den Forschungskontext stärker aus der Literatur erschließen muss, während sich bei uns der Problemkontext meist aus dem Arbeitskontext generiert und somit sich langsam unser Forschungsfeld herauskristallisiert. Der Weg ist dabei für alle wahrscheinlich gleich komplex und anspruchsvoll. Am Abend wurden dann die Diskussionen in den Pubs von Oxford fortgeführt, obwohl dabei die Promotionen zu späterer Stunde in den Hintergrund rückten.

Zum gegenwärtigen Status von eLearning an deutschen Hochschulen gibt eine Studie von e-teaching.org Auskunft. Es wurden in einer größtenteils repräsentativen Stichprobe 104 Personen aus verschiedenen Bereichen der Hochschule befragt, u. a. zu den Themen Beeinflussungsfaktoren, Strukturen und Verbreitung von eLearning. Als förderlichster Faktor für die Verbreitung von eLearning an Hochschulen wurde die Motivation von Lehrenden genannt, als hinderlichster Faktor werden fehlende personelle Ressourcen ausgemacht. Erstaunlich, aber nachvollziehbar, ist, dass die Motivation und Medienkompetenz der Studierenden nach Meinung der Befragten mit den geringsten Einfluss auf die Verbreitung haben. In Bezug auf den Virtualisierungsgrad der Hochschulen wird festgehalten, dass es meist über einfache Technikanwendungen nicht hinausgeht. Weblog, Wiki oder Foren spielen nur in ca. 10% der Lehrveranstaltungen eine Rolle.

Eine aufschlussreiche Studie zur Zukunft des eLearning hat das Institut für Medien- und Kompetenzforschung online gestellt. Hier wurden 52 Hochschul- und eLearning-Experten gebeten, ihre Einschätzung zur zukünftigen eLearning-Nutzung an Hochschulen zu geben. Danach sollen die lehrveranstaltungsbegleitenden Internet-Materialien und virtuelle Communities bis zum Jahr 2011 immer mehr an Bedeutung gewinnen. Überraschenderweise wird den zur Zeit hochgehandelten Podcasts zukünftig nur eine geringe Rolle eingeräumt. Hinsichtlich der denkbaren Szenarien zur zukünftigen Organisation der Hochschule würden es alle Experten begrüßen, dass die administrativen Vorgänge online erledigt werden können. Als Fazit stellt der Autor der Studie fest, dass auch im Jahr 2011 die Präsenzlehre im Mittelpunkt stehen wird und virtuelle Medien als Ergänzung gesehen werden (vgl. auch weblog von Marco Kalz).

  Zukunft eLearning

Hinsichtlich des Anliegens der Onlineabwicklung von administrativen Vorgängen können die zur Zeit laufenden Projekte im Rahmen der BMBF-Förderung „Neue Medien in der Bildung“ meines Erachtens einen wertvollen Beitrag leisten. Exemplarisch sei hier das Projekt Locomotion an der Universität Paderborn erwähnt. Aber dazu demnächst mehr.  

Die Zeit von letzter Woche offenbarte einen fesselnden Artikel über wikipedia. Die Entstehungsgeschichte wurde in interessanter Weise skizziert sowie die unterschiedlichen Auffassungen der beiden Gründer Larry Sanger und Jimmy Wales, die sich leider im März 2002 zerstritten, beleuchtet. In den Unstimmigkeiten beider spiegelt sich teilweise die philosophische Fragestellung wieder, was ist Wahrheit und wie kommt sie zustande. Während Sanger sich bemühte wikipedia Struktur und Regeln zu geben sowie auf Neutralität und Objektivität zu achten, hielt sich Wales zurück. „Sanger wollte das perfekte Lexikon […], seine Gegner wollten Freiheit!“. Wales sah Wahrheit als kontextabhängig an, Sanger lehnte diese Auffassung eher ab. Letzterer musste jedoch feststellen, dass die Gemeinschaft nicht intellektuelle resp. wissenschaftliche Reputation honorierte, sondern der intersubjektive Austausch und das Engagement von der wikipedia community geschätzt wurde. Jahre später, so wird im Artikel festgehalten, hat sich anscheinend ‘bewahrheitet’, dass Struktur und Regeln innerhalb der community wachsen können; die Zukunft bleibt abzuwarten. Vielleicht lässt sich an wikipedia auch ersehen, wie Lernprozesse verlaufen und durch Informationen Wissen entstehen kann?

Was nun das Zitieren aus wikipedia betrifft und die Auffassungen der beiden Gründer, so muss diese Fragen jeder für sich selbst beantworten. Auch wie der Artikel in der Zeit zu rezipieren ist. Wichtig erscheint mir, mit den Inhalten von wikipedia reflektiert umzugehen. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass im Artikel auch ein gelungener Vergleich zum Brockhaus gezogen wurde, vor allem welcher Aufwand nötig ist, eine neue Auflage herauszubringen. Im aktuellen Brockhaus findet man wikipedia als Stichwort übrigens auch.

Was ist das Problem?

Vielleicht als erstes etwas zur Promotion: Die Hauptfrage, welche ich mir immer stelle: Was ist das Problem? Nun gut, hier befinde ich mich immer noch im Such- und Erkundungsprozess, auch wenn schon leichte Konkretisierungen sichtbar werden. Thematisch wird es sich um die Gestaltung von Veränderungsprozessen an Hochschulen drehen. Wenn auch kein völlig neues Thema, so liegt es ja häufig an der Fokussierung und Problemstellung. Hier glaube ich, dass man doch ein paar spannende Sphären in der Hochschule entdecken kann. Die Promotion wird im Projekt Locomotion eingebettet sein. Wen es interessiert, ein paar Folien, welche ich mal im Promotionskolloquium des Departments vorstellen ‚durfte’.

Hochzeit Kirche

Die ersten Schnappschüße zur Hochzeit sind bei flickr eingestellt. Wer sie sehen will, einfach eine Mail schreiben: mail@gerholz.de

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